Der Bußgeldbescheid

Sylvester steht vor der Tür – am besten lässt man das Auto in der Sylvesternacht zwar in der Garage – ist man aber trotzdem unvorsichtig gewesen und beispielsweise – das am häufigsten anzutreffende Verkehrsdelikt – wegen einer Geschwindigkeitsübertretung geblitzt worden, ist folgendes bei Erhalt des Bußgeldbescheides zu beachten:

  • Bei einem Bußgeldbescheid wegen zu schnellem Fahren entstehen bis zur Höhe von 35,- € noch keine Punkte im Verkehrszentralregister und man kann seinen Führerschein behalten. Ist das Bußgeld aber deutlich höher und droht eventuell sogar ein Fahrverbot, ist eine Überprüfung des Bußgeldbescheides durch einen Anwalt empfehlenswert, sofern man letzteres vermeiden möchte.
  • Dringend zu beachten ist hier die 2 Wochen Frist zur Einlegung des Einspruchs, da der Bescheid ansonsten rechtskräftig werden könnte.
  • Der Betroffene selbst sollte sich in dem Fall möglichst nicht zur Sache einlassen und etwa den Anhörungsbogen mit Angaben zu seiner Person zurücksenden. Denn gesteht er einmal ein, der Führer des Fahrzeugs gewesen zu sein, wird der Bußgeldbescheid meist ohne Einschränkung erlassen, auch wenn nachträglich noch der Sachverhalt bestritten wird.
  • Sofern bezüglich Verkehrsrechtssachen eine Rechtsschutzversicherung besteht, übernimmt die Kosten für die Einschaltung eines Anwaltes die Versicherung.
  • Der Anwalt kann zunächst die Richtigkeit der Geschwindigkeitsmessungen bestreiten und hier eventuell einen Sachverständigen bei Nichteinhaltung bestimmter Kritierien hinzuziehen, manchmal handelt es sich nur um wenige km/h, welche eine noch harmlose Folge von einem Führerscheinentzug trennen. Hier kann daher schon die kleinste Ungenauigkeit einer Messung ins Gewicht fallen!
  • Zudem nimmt der Anwalt Akteneinsicht und kann so das Vorgehen der Polizei insgesamt überprüfen. Der einfachste Fall dürfte der sein, dass der Fahrer selbst auf dem Foto schlecht oder kaum erkennbar ist. Wird im Folgenden anwaltlicherseits dessen Identität bestritten, kommt es bereits in der überwiegenden Zahl der Fälle zu einer Einstellung des weiteren Verfahrens.

Am sicherstens ist es natürlich nach wie vor, sowohl nüchtern als auch innerhalb der durch Geschwindigkeitsbeschränkungen vorgegebenen Grenzen defensiv und rücksichtsvoll zu fahren!

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Der “Weihnachtsfrieden” – “Christmas Truce”

Der einzige bekannte und als solcher bezeichnete “Weihnachtsfrieden” (“Christmas Truce”) größeren Ausmasses bei Frontkämpfen in der Historie der beiden Weltkriege fand, wie überliefert ist, an den Weihnachtsfeiertagen im Jahr 1914 an einer ca. 50 km langen Linie in Belgien nahe der Stadt Ypern statt. Statt Handgranaten sollen Soldaten eines sächsischen Regiments nahe der französischen Stadt Armentières sorgfältig verpackte Schokoladenkuchen zur feindlichen Frontlinie der Briten geworfen haben, mit einer versteckten eingebackenen Botschaft, doch bitte zwischen 19.30 und 20.30 Uhr am Heiligen Abend Waffenruhe einzuhalten. Es wurden zunächst abwechselnd, sodann gemeinsam deutsche und britische Weihnachtslieder gesungen, man bestattete gemeinsam die gefallenen Kameraden, traf sich in der Mitte des sogenannten “Niemandslandes” und tauschte Zigaretten, Tabak und diverse andere Luxusgegenstände wie Gebäck, insbesondere britischen Plumpudding, Alkohol oder kleine, per Post übersandte aufklappbare Fronttannenbäume aus, unterhielt sich, rauchte zusammen und spielte am “Boxingday”, dem zweiten Weihnachtsfeiertag wie in England traditionell üblich, zusammen eine Partie Fußball. Diese Verbrüderungen fanden größtenteils ohne Kenntnis der jeweiligen Heeresleitung sowie des Riskierens des eigenen Lebens statt, denn auf die Verbrüderung mit dem Feind stand damals die Todesstrafe. Weihnachtsfrieden2

Als dieses friedliche Zusammenstehen leider nach ein paar Tagen publik wurde und der erneute Kriegsbefehl an die gegnerischen Truppen erging, wurde zunächst über die Köpfe der nun zum Teil persönlich bekannten Soldaten der feindlichen Truppen hinweg geschossen. Erst Anfang Januar soll dieser “Weihnachtsfrieden” durch Salutschüsse beendet worden sein, es folgten weitere erbarmungslose 44 Monate im Einsatz an der Front. Und dass obwohl die Soldaten sich schon an Weihnachten 1914 wie sinnloses “Kanonenfutter” ohne wirkliche Aussicht auf Erfolg innerhalb des langwierigen und auszehrenden Stellungskrieges an der Westfront gefühlt hatten. Schon Paul McCartney verarbeitete diese Geschehnisse mit seinem Song “Pipes of Peace”, sie sind zudem Gegenstand eines Spielfilmes von Richard Attenborough (“Oh, what a lovely War”). In der offiziellen Geschichtsschreibung wurden die Ereignisse jedoch weitgehend totgeschwiegen oder der Wahrheitsgehalt ihres tatsächlichen Stattfindens gerne in Frage gestellt. Disziplinarische Konsequenzen soll es im übrigen für die beteiligten Soldaten damals nicht gegeben haben.

Angesichts der aktuell leider für einige Länder dieser Erde auch dieses Jahr wieder mit Kriegsereignissen einhergehenden Weihnachtsfeiertage und der z.B. seitens Ursula von der Leyen euphorisch unterstützten Kriegseinsätze der Deutschen Armee im Ausland, sollte man sich diese Ereignisse lieber eindringlich vergegenwärtigen: nach Aussage zahlreicher Überlebender, welche den damaligen “Weihnachtsfrieden” miterleben durften, wären die Waffen aus der Sicht der Soldaten niemals wieder für weitere Kriegshandlungen aufgenommen worden!

Auf die sehr fragwürdige moralische Haltung so manchen Politikers, welcher persönlich in seinem Schicksal von derart von ihm selbst befohlenen Kriegshandlungen nicht im mindesten betroffen ist, brauchen wir wohl nicht hinweisen.

Y_Magazin„Krieg ist ein Zustand, bei dem Menschen aufeinander schießen, die sich nicht kennen, auf Befehl von Menschen, die sich wohl kennen, aber nicht aufeinander schießen.“ (George Bernard Shaw)

(Quelle: Y-Magazin der Bundeswehr)

 

Gewalt in der Ehe – ein rein männliches Phänomen?

Neuere psychologische Studien belegen auch hier wieder das Gegenteil: klassischerweise ging man davon aus, dass der Anteil von häuslicher Gewalt durch Frauen bei gerade einmal 5-10% liegt. Dies ist indes nicht so bzw. hat auch auf diesem Gebiet zwischenzeitlich möglicherweise ein Wandel stattgefunden in Richtung “Gleichstellung” der Geschlechter. Neuere Methoden der Gewaltforschung, welche demnach unterschiedliche Formen von Aggressionen und Gewalt sowie die Reaktionen des jeweiligen Partners bzw. Betroffenen berücksichtigen, kommen zu dem Ergebnis, dass der Anteil männlicher Opfer mittlerweile sogar bei 40-50% liegt. Auf diesem eher unschönen Gebiet scheint sich die angestrebte „Gleichberechtigung“ der Frauenbewegung offenbar durchgesetzt zu haben. Mitarbeiter von Opferschutzverbänden oder Psychotherapeuten, welche regelmäßig in ihrer täglichen Arbeit mit diesen Themen befasst sind, sprechen insofern teilweise von einem „völlig verzerrten“ Bild, welches in der Öffentlichkeit weiterhin besteht über Frauen als Hauptleidtragende häuslicher Gewalt.

Die österreichische Bundesregierung gab überraschenderweise bereits im Jahr 2001 einen Anteil von 50% männlicher Opfer von häuslicher Gewalt in einer Broschüre zu diesem Thema an. Derartige Zahlen gelangen aber interessanterweise zu keinem Zeitpunkt der breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis und werden von den einschlägigen Medien wie dem Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt,  Funk oder Fernsehen erst überhaupt nicht aufgegriffen. Das Fatale an dieser Entwicklung sei nach Meinung von Experten, dass Männer aufgrund des klassischen Rollenbildes, welches die Frau stets als Opfer und die Männer als Täter stigmatisiere, viel zu gehemmt seien, sich wirklich Hilfe bei öffentlichen Beratungsstellen, bei Therapeuten oder im Freundeskreis zu holen. Selbst dort könnten sie sich oft niemandem anvertrauen, da sie entweder nicht ernst genommen würden und männliche Freunde oder Kollegen sich über sie lustig machen oder ihnen schlichtweg nicht geglaubt wird, da die traditionelle Vorstellung der “Frau als Opfer” in unserer Gesellschaft derart unumstößlich feststeht. Die betroffenen Männer neigen daher dazu , derartige Erlebnisse entweder zu verdrängen, zu überspielen „Ach, so schlimm war es ja auch nicht!“ oder ihr psychisches Leid in sich „hineinzufressen“ und mit psychosomatischen Krankheiten zu reagieren bzw. das Erlebte mit Alkohol oder anderem Suchtverhalten versuchen, zu kompensieren.

Am tragischsten muss jedoch die Fallkonstellation erscheinen, dass Männer aufgrund ständiger Provokation durch ihre Frauen mit minderen Formen von Gewalt letztlich selbst gewalttätig werden und zurück schlagen und auf diese Weise selbst zu Tätern werden, welche schließlich vor Gericht stehen, da die Frau im Zweifel hier immer glaubwürdiger erscheinen wird und daher Recht bekommt.

Die politische Welt, insbesondere in Deutschland, sei jedenfalls nicht bereit, das in der Öffentlichkeit bestehende Bild in irgendeiner Weise zu korrigieren oder in diesem Punkt für eine zeitgemäße Aufklärung in der Bevölkerung zu sorgen sowie den Betroffenen praktikable Hilfsangebote zu machen.

Auch scheinen die Motivlagen der Täterinnen andere als die der männlichen Täter zu sein. Während letztere überwiegend einfach „ihre Ruhe“ haben wollen und sich einem weiblichen „Shitstorm“ gegenüber sehen, welchen sie beenden möchten oder aber auch generell zielgerichtet oder situativ ihre reine Aggressivität an ihrer Partnerin auslassen, sei es aus psychologischer Sicht vordringliches Ziel der weiblichen Täterinnen, das Opfer zu beherrschen oder kontrollieren zu wollen. Die Ausübung von Macht über das Opfer sei zwar allgemein das hauptsächlich angestrebte Ziel bei der Ausübung von körperlicher Gewalt im privaten Bereich, gerade bei den Frauen sei dies aber das überwiegende.

(Quelle: http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/paartherapie/gewalt-in-beziehungen.phtml)

Kennen Sie den Nocebo – Effekt?

Die Begrifflichkeit Nocebo hat die entgegengesetzte Bedeutung zum altbekannten Placebo und bedeutet wortwörtlich “Ich werde schaden!”. Der häufigste Anwendungsfall in der Praxis, bei welchem der sogenannte Nocebo – Effekt eintritt ist die vorangegangene ausführliche Aufklärung über die möglichen negativen Nebenwirkungen eines bestimmten Medikamentes oder eines medizinischen Eingriffs im Krankenhaus. Wer kennt nicht diese Wirkung, welche eintritt, wenn man den ausführlichen Beipackzettel eines bestimmten Medikamentes aufmerksam studiert hat und natürlich kurze Zeit, nachdem man dieses eingenommen hat, die dort aufgeführten Nebenwirkungen denn auch wie bestellt eintreten. Sei deren Auftreten unter normalen Umständen auch noch so unwahrscheinlich, plötzlich bildet man sich ein, dass genau die vorhergesagten Begleiterscheinungen natürlich bei einem selbst auch auftreten!

Unrühmliche Bekanntheit erlangt der Nocebo – Effekt regelmäßig, wenn insbesondere Krebspatienten aufgrund des durch die behandelnden Ärzte als sicher vorausgesagten baldigen Todeseintritts, diese denn auch wirklich “brav” wie angekündigt versterben. Eine vernichtende Aussage derart “Sie haben Krebs im Endstadium, wir können leider nichts anderes mehr für Sie tun als Ihre Schmerzen zu erleichtern, sie haben noch ungefähr 6 Wochen zu leben!” wird auch heute noch regelmäßig auf jeder Onkologie-Station eines Krankenhauses getätigt, obwohl auch in Ärztekreisen längst bekannt ist, welche verheerenden Wirkungen derartige Aussagen haben können. Untersuchungen derartiger Fälle brachten leider häufig die tragische Erkenntnis zu Tage, dass überraschenderweise bei einer nachträglichen Obduktion der Leichnamen häufig nur sehr kleine, wenig ausgebildete Tumore aufwies, welche nicht einmal weitere Organe befallen hatten, folglich der Patient gar nicht letal an Krebs erkrankt war und die negative Vorhersage somit schlicht einer Fehldiagnose entsprach. Der Tod trat in diesen Fällen weniger durch den Krebs selbst ein, als vielmehr durch die mit der ärztlichen Diagnose beim Patienten hervorgerufene Hoffnungslosigkeit und die damit verbundene negative Erwartungshaltung.

noceboDer ungarische Psychoanalytiker Michael Balint prägte hierzu schon früh den Begriff von der “Droge” Arzt. Dem guten Arzt müsse sehr wohl bekannt sein, dass die von ihm verwendeten Worte mit sein wichtigstes Instrument seien, welches er behutsam einsetzen solle, da es beträchtlichen Nutzen oder aber auch großen Schaden am Wohlergehen des betroffenen Patienten anrichten könne, wie die oben aufgeführten Beispiele deutlich zeigen.

Typische unbedachte Äußerungen von Ärzten oder Krankenhauspersonal mit möglichen Negativwirkungen oder welche zumindest oft zu einer Verunsicherung bei den Patienten führen sind beispielsweise “Wir machen Sie jetzt fertig!” bei den Vorbereitungen zu einer Operation, “Dann schneiden wir sie in viele kleine Scheiben!” vor der Kernspintomographie oder “Wir schläfern Sie jetzt ein, gleich ist alles vorbei!” bei dem Verabreichen einer Vollnarkose. Ein sensibler Patient findet derartige lapidar oder sogar scherzhaft mit einer Portion schwarzen Humors dahergesagte Sätze möglicherweise nur halb so witzig wie das behandelnde Personal selbst, welches durch den Krankenhausalltag dementsprechend hartgesotten ist, oder im schlimmsten Fall, führen diese direkt zu real spürbaren Irritationen bei diesem.

Der Tipp für die behandelnden Ärzte bzw. das Krankenhauspersonal kann daher nur lauten “Wählen Sie Ihre Äußerungen zukünftig mit Bedacht!”, der für die behandelten Patienten “Lassen Sie sich nicht so schnell erschrecken und messen Sie verklausulierten oder unverständlichen Äußerungen nicht in jedem Fall die scheinbar von diesen ausgehende negative Bedeutung zu, hinterfragen Sie diese stets fachlich und holen Sie im Zweifel die Meinung mindestens eines weiteren Arztes ein oder lassen sie diese zunächst auf ihre Richtigkeit hin überprüfen!”.

Die Vorhersage eines angeblich sicheren Todes halten wir hingegen in jedem Fall ethisch und moralisch für unverantwortlich, diese fast schon grausam und menschenverachtend anmutende Praxis sollte jeder Arzt mit entsprechendem Verantwortungsbewusstsein aus seinem Wortschatz möglichst verbannen!

Quelle: Wenn der Arzt mit Worten tötet!

 

Besuch im Düsseldorfer Marionettentheater

Letzten Samstag statteten wir dem Düsseldorfer Marionettentheater einen Besuch ab und interviewten dessen künstlerischen Leiter und Geschäftsführer Herrn Anton Bachleitner. Herr Bachtleitner gründete dieses bereits 1985 und ist seit diesem Zeitpunkt nicht nur für die Auswahl der Stücke, deren Choreographie, die Gestaltung des Bühnenbildes und das Umschreiben und Anpassen der Drehbücher, so dass diese den Marionetten quasi “auf den Leib geschneidert” sind, verantwortlich. Anton Bachleitner mit Irrlicht und Felsenbeisser aus Die unendl.Geschichte (Duesseldorfer Marionetten-Theater)Er ist aufgrund seiner traditionellen Ausbildung zum Schreiner auch als Bildhauer in eigener Werkstatt tätig und damit bezüglich des Aussehens und der Gestalt seiner Marionetten persönlich “federführend”. Er fertigt diese aus massivem Lindenholz an, welches sich besonders gut aufgrund seiner besonderen Konsistenz hierfür eignet, wie wir erfahren durften. Im Keller lagern große Blöcke zum Trocknen für die Weiterverarbeitung und “Geburt” der Marionetten.

Bewundern durften wir auch die dort ausgestellten zahlreichen Bühnenbilder, in Miniatur gefertigt für die Entwicklung der Stücke und des Bühnenbildes. Den ersten Teil des Interviews führten wir mit Herrn Bachleitner in dem Aufbewahrungsraum seiner Schützlinge, wo diese sorgfältig verpackt, zwischen ihren Einsätzen ruhen und darauf warten, in der nächsten Spielzeit wieder zum Einsatz zu kommen.

In der aktuellen Spielzeit wird “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer” aufgeführt, was die meisten von uns noch sehr gut aus ihrer Kindheit aus dem Fernsehen von der Augsburger Puppenkiste her kennen. Nicht so vielen wird hingegen bekannt sein, dass die Stücke zu Jim Knopf aus der gleichen Feder stammen wie der von “Momo” und der “Unendlichen Geschichte”, nämlich von Michael Ende. Herr Bachleitner kannte diesen sehr gut persönlich und hat bei zwei Inszenierungen sogar mit diesem direkt zusammengearbeitet. So wurde das Stück “Norbert Nackendick” im Düsseldorfer Marionettentheater in direkter Abstimmung mit diesem speziell für das Theater entwickelt und dort auch uraufgeführt. Ebenso fungierte dieser beim Wunschpunsch (Duesseldorfer Marionetten-Theater)“Wunschpunsch” als Ideengeber während er noch lebte. Aber auch posthum ist Herr Bachleitner seinem Freund treu geblieben und so werden die Stücke von Michael Ende in Düsseldorf jeweils in einer anderen Fassung als an anderen Ort aufgeführt. Weniger abgewandelt für den kindlichen Geschmack, sondern so, wie sie im Original von ihrem Schöpfer selbst gedacht waren: als Märchen für Erwachsene, die dessen kindliche Seele ansprechen sollten und durchaus tiefgründig die Probleme unserer Zeit und der Gesellschaft ansprechen, auf bunte Art und Weise verpackt!

Letztlich eignen sich diese für Groß und Klein, für Jung und Alt!

Den Internetauftritt sowie den aktuellen Spielplan des Marionettentheaters finden Sie hier

Die häufigsten Irrtümer zu den Vermögensverhältnissen in der Ehe

Wie sieht es konkret mit den Vermögensverhältnissen während der Ehe aus und was haben beide Ehepartner bei einer Trennung oder Scheidung diesbezüglich zu erwarten? Die 5 häufigsten Irrtümer unter Ehepartnern zu dem “Thema: Wem gehört eigentlich was und wer muss für was zahlen?”, juristisch ausgedrückt: “Ab wann gilt Gütertrennung und inwiefern gilt grundsätzlich die Zugewinngemeinschaft?” lauten nach den Ergebnissen einer Umfrage wie folgt:

  • Da ohne den Abschluss eines separaten Ehevertrages in der Ehe automatisch der Güterstand der Zugewinngemeinschaft herrscht, gehen die Frischvermählten offenbar überwiegend davon aus, dass mit der Heirat alles, was der jeweils andere Partner mit in die Ehe einbringt, auch ihnen selbst gehört. Dies ist jedoch falsch! Ohne besondere Regelungen bleiben Beide Eigentümer des von ihnen jeweils mit in die Ehe eingebrachten Vermögens oder des unter ihrem eigenen Namen während der Ehe erworbenen Vermögens.
  • Die gleiche Regelung gilt hinsichtlich der Aufnahme von Schulden: schließt einer der Partner nur unter seinem eigenen Namen einen Kredit z.B. für den Erwerb eines Autos oder den Kauf der neuen Sofagarnitur ab, haftet auch nur er persönlich, sofern der Andere nicht als Kreditnehmer namentlich mit aufgeführt wird und auch unterzeichnet hat oder eine Bürgschaft für den Kredit abgegeben hat.
  • Dies bedeutet jedoch im Umkehrschluss nicht, dass die Ehepartner über ihr jeweils eigenes Vermögen völlig frei verfügen könnten: möchte einer von Beiden so wesentliche Vermögensgegenstände veräußern, dass der Familie die wirtschaftliche Existenzgrundlage dadurch entzogen werden könnte, muss er tatsächlich zuvor das Einverständnis des jeweils anderen einholen, d.h. steht das Eigenheim, in welchem Beide oder die neu gegründete Familie zusammen wohnt, in dem ausschließlichen Eigentum eines Partners, muss dieser vor dem Verkauf den Anderen trotzdem um seine Einwilligung bitten.
  • Geschäfte zur Deckung des gemeinsamen Lebensbedarfs kann wiederum jeder im Namen des Anderen tätigen, sprich für die Bezahlung der Gas- oder Stromrechnung oder anderer Verträge betreffend die allgemeine Daseinsvorsorge bzw. Einkäufe von Lebensmitteln oder die Begleichung von Beide abgeschlossener Versicherungen wie eine Hausratsversicherung müssen im Zweifel Beide aufkommen.
  • Im Gegensatz dazu ist für die Zahlung der Versicherungsbeiträge zu einer Lebensversicherung oder einer ähnlichen gelagerten Absicherung für die Altersversorgung nur der als Versicherungsnehmer eingetragene Vertragspartner, sofern keine abweichende Vereinbarung getroffen wurde, verantwortlich.
  • Und letztlich: allein schon das Führen getrennter Bankkonten oder das sonstige formlose Aufteilen von vorhandenen Vermögenswerten stellt noch keine offizielle Gütertrennung dar, d.h. im Falle der Scheidung gilt weiterhin die Zugewinngemeinschaft und die Vermögenswerte werden untereinander aufgeteilt. Damit derartige Regelungen eine Rechtswirkung erhalten, bedarf es immer noch des Abschlusses eines notariell beglaubigten Vertrages.

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Die beiden Seiten der Avocado

Avocados sind wirklich ein spektakuläres Lebensmittel: sie sind vollgepackt mit gesunden (Omega 3) Fetten, Carotinoiden, Folsäure und vielerlei krebsbekämpfenden Inhaltsstoffen und Vitaminen wie z.B.  Vitamin E, C, B 1, 2, 3 und 6 sowie vielerlei Spurenelemente und Mineralstoffe, insbesondere Kalium, so dass man ohne weiteres behaupten könnte, die Avocado sei das perfekte Lebensmittel. Nur ein einziger Bissen dieser wundervoll cremigen und erdig schmeckenden Frucht und man wird auch schon vom Geschmack her diesen positiven Lobeshymnen auf die Frucht zustimmen. Darüber hinaus ist sie sehr vielseitig verwendbar, von der Zubereitung in der klassischen Guacamole, als Brotaufstrich oder Dipp oder einfach ausgelöffelt mit einer Sauce angerichtet, im Grünen Smoothie verwendet, um diesem Konsistenz zu geben oder in der Rohkostküche gerne auch in Form von Schokoladenpudding.

Es gibt eigentlich nichts Schlechtes über diese Frucht zu sagen, sofern man nicht auch auf die Art ihrer Gewinnung blickt. Leider hat die Avocado, fast so wie Diamanten eine dunkle und blutige Seite, was dieses Kapitel betrifft.

Der Avocado Baum ist überwiegend in Mexiko und Zentral-Amerika beheimatet und so ist es keine Überraschung, dass weltweit die meisten Früchte von dort aus importiert werden. Im Westen von Mexiko sind daher ganze Landstriche von Avocado-Farmen übersäht und die Reihen dieser sehr langsam wachsenden Bäume erinnern in ihrem Aussehen an die Olivengärten in Süd-Europa, wird es in so manchem Reiseführer beschrieben. Aber diese äußere Idylle hat nichts gemeinsam mit der finsteren Seite des Avocado-Handels.

So ist in Michoacán, einem Staat im Westen Mexikos, die Avocado allgemein bekannt als “Oro Verde” oder “Grünes Gold”, da ihre Ernte mehr Gewinne und Bargeld einbringt als die jeder andere Pflanze und bei dieser Bewertung ist der Handel mit Marihuana bereits eingeschlossen. Aber bekanntermaßen ist überall dort, wo sehr viel Geld verdient wird, die Korruption nicht weit.

Ein Drogen-Kartell mit dem Namen Caballeros Templarios, die “Tempel-Ritter”, sollen den Avocado-Markt vor Ort infiltriert haben und kontrollieren nun den lokalen Handel, von der Produktion bis zum Vertrieb. Hervorgegangen aus einem der dort ansässigen Drogenkartelle, welche ehemals den Handel mit Marihuana, Kokain und Heroin kontrollierten, setzen diese auf eine Vielzahl von neuen Handelsmöglichkeiten und der mit Avocados erschien ihnen besonders vielversprechend. Nun müssen die örtlichen Farmer dort mit ständiger Erpressung rechnen und die Realität ist, das die Templarios jederzeit deren Plantanen übernehmen und die Früchte, wann immer und in welcher Menge sie wollen, mitnehmen könnten.

Die Kartelle bekommen auf ihre Weise immer, was sie wollen, egal ob von den Avocado-Farmern oder den Behörden, die eigentlich angewiesen sind, diese zu in Schach zu halten und zu regulieren. Durch Bestechung und die Androhung von Gewalt, haben die Templarios die offiziell geführten Listen der Farmer mit den Informationen darüber erhalten, welche von diesen wieviel Land bestellen und welche Mengen diese im Einzelnen produzieren. So wissen die Kriminellen exakt, wieviel Geld sie von welchen Farmern verlangen können.

Jeder Arbeitsschritt in der Avocado-Produktion bringt demnach einen Ertrag für das Kartell, angefangen bei den einfachen Pflückern, deren Vermittlungsagenturen gezwungen werden Beträge von ca. 3,50 $ pro Arbeiter und Tag an dieses zu zahlen, bis zu denen, welche die Plantagen kaufen, bestellen und wieder verkaufen. Diese Art der räuberischen Erpressung sei unglaublich ertragreich, schreibt ein Insider, sie bringe dem Kartell in einigen Gemeinden ein geschätztes Einkommen von bis zu 3 Millionen Dollar jährlich ein.

Das Erschreckende daran ist, dass wir, im Unterschied zu den sonst favorisierten Hauptgeschäftstätigkeiten der Kartelle, dem Drogen- und Menschenhandel, nun Allesamt mehr oder weniger beteiligt sind an diesem Geschäft und die Kartelle mehr oder weniger unterstützen. Mehr als 80% der Avocados, welche aus dem Staat Michoacán stammen, werden allein in die Vereinigten Staaten exportiert, aber auch in alle anderen Regionen der Welt von dort aus. Dies bedeutet, dass jedesmal, wenn wir eine Avocado aufschneiden oder wir einen Chips in eine Schüssel Guacamole eintauchen, indirekt den Kartellen in Mexiko helfen, deren gewalttätige Übernahme der Avocado Industrie dort voran zu treiben.

Die einzige Möglichkeit zu verhindern, ein Teil dieses teuflischen Kreislaufes zu sein, wäre daher, stets auf das Herkunftsland der gekauften Avocados zu achten und welche aus anderen Regionen der Welt zu bevorzugen, z.B. aus Kalifornien, oder aber die Rechte der in Mexiko vor Ort ansässigen Farmer zu unterstützen und zu stärken, auf welche Weise auch immer dies bewerkstelligt werden sollte.

Quellen: The horrifying truth about avocados unter Bezugnahme auf Jan-Albert Hootsen

 

 

 

 

Deutsches Reinheitsgebot … ein einziger Irrtum

Das angeblich noch heute geltende Deutsche Reinheitsgebot geht auf einen herzöglichen Erlass aus dem Jahre 1516 zurück, welcher besagte, dass zur Bierherstellung tatsächlich nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfe. Aus diesen drei Zutaten ließe sich heutzutage jedoch kein Bier mehr brauen, welches den Geschmack der Verbraucher auch nur im Entferntesten treffen würde. Richtig ist daher, dass aktuell nicht mehr das Deutsche Reinheitsgebot von 1516 Gültigkeit hat, sondern das vorläufige Biergesetz von 1993 sowie die Bierverordnung aus dem Jahre 2005.

Um den Gärprozess in Gang zu setzen und dem Bier darüber hinaus auch noch die richtige Farbe und den dem Verbraucher mundenden Geschmack zu geben, werden diesem daher zur Ingangsetzung des Gärprozesses zahlreiche kleine Mikroorganismen zugesetzt sowie zudem vielerlei künstlich hergestellte Farbstoffe, jede Menge Zucker und Süßstoff. Das Reinheitsgebot wurde zudem nicht zum Schutze der Verbraucher, sondern der damals etablierten Bier-Kartelle erlassen.

Heutzutage sind die Brauereien trotz der auf EU-Ebene vielfältig stattgefundenen Harmonisierung der Rechtsvorschriften noch an die nationale Gesetzgebung hinsichtlich der Inhaltsstoffe des Bieres gebunden und daher gegenüber Herstellern aus dem Ausland deutlich im Nachteil, welche für die Verbraucher exotische und daher interessante Inhaltsstoffe wie z.B. Kirschgeschmack beim Kriek aus Belgien oder Röststoffen beim Irischen Ale oder auch einen Schuss Tequila bei mexikanischen Biermarken hinzufügen.

Eine “deutsche Vorherrschaft” im Biervertrieb auf dem Weltmarkt gibt es schon lange nicht mehr, hier haben uns die Chinesen, Russen oder Amerikaner längst überholt. Das in Deutschland hergestellte Bier, denn nur für dieses gelten die Vorschriften, sämtliche im Ausland  produzierte Biersorten dürfen aber durchaus auch hier vertrieben werden, gilt auf Dauer als dröge und langweilig aufgrund der immer gleichen Inhaltsstoffe. Eine echte Abwechslung für den Verbraucher wird auf diese Weise leider verhindert.

So darf das Bier zwar exportiert werden und ihm zur Haltbarmachung unattraktive Konservierungsstoffe wie Benzoesäure oder billige und in der Qualität mindere Rohstoffe zugesetzt werden, aber oft keine zusätzlich sinnvollen hochwertige und natürliche Inhaltsstoffe.

Und so wird das erste bekannte “Sedativum für´s Volk”, welches ehemals durch die Verpflichtung des Hopfenzusatzes laut der oben zitierten Verordnung zum Reinheitsgebot von 1516 in Deutschland gebraut wurde, wohl bald ausgestorben sein. Denn eine beruhigende und schlafanstoßende Wirkung des Bieres war laut dem zugrunde liegenden herzöglichen Erlass durchaus beabsichtigt.

Wohl bekommt´s !!!

 

 

Piloten Streik contra Lokführer Streik

Die letzten Wochen sind die Bahnfahrer mal wieder Opfer und Leidtragende zugleich … neben den schon üblicherweise nicht allzu seltenen Verspätungen und Zugausfällen der deutschen Bundesbahn – aktuell zum Herbstbeginn und bei dem schlechten regnerisch – trüben Wetter stürzen sich zudem wieder vermehrt Selbstmörder von den Brücken auf die Gleise, so dass sich auf makabere Art und Weise auch die “Ausfälle” aufgrund von “Personenschäden” häufen – treten immer wieder die Streiks der Lokführer. Und dies nicht erster Linie, um die Not der Bahnangehörigen zu lindern, nein, um politische Reibereien zwischen den großen Gewerkschaften GDL und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auszufechten auf deren Rücken und dem der Fahrgäste natürlich. Es geht um “Luxusproblemchen” wie die Forderung nach einer 37 statt der 40 Stunden Woche. Und selbst viele Mitarbeiter der Deutschen Bahn distanzieren sich öffentlich von diesen Streiks. Auch wenn ihnen teilweise zu arbeiten durch diese verboten ist, so tragen sie doch eindeutige Sticker auf ihrer Dienstkleidung mit entsprechenden Aussagen, entschuldigen sich höflich bei den Fahrgästen und versorgen diese auf so manchem Bahnhof sogar fürsorglich mit Kaffee. Das ist schön mitanzusehen, auch wenn es in der Hektik des Berufsverkehrs nicht immer trösten kann, sofern man sich nicht rechtzeitig nach einer alternativen Fortbewegungsmöglichkeit umsehen konnte. Und das letzte Wochenende der Herbstferien in NRW artete deshalb fast bundesweit zum absoluten Verkehrschaos, auch auf den Autobahnen, aus.

Umso anmaßender müssen im Vergleich jedoch die ebenfalls aktuellen Streiks der Lufthansa Piloten erscheinen. Diese verdienen im Durchschnitt sagenhafte Jahresgehälter in Höhe von 70.000 bis zu 260.000 € – dies sind Zahlen, nach denen sich sogar die meisten Vollakademiker ihr Leben lang vergeblich die “Finger lecken” – und dies trotz abgeschlossenem Studium an einer Universität. Nun ist eine qualifizierte Ausbildung heutzutage ja leider nun wirklich kein entscheidendes Kriterium mehr für einen guten Verdienst und finanzielle Sicherheit, aber der Unterschied zu einem Piloten erscheint doch enorm.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass der durchschnittliche Pilot eines Passagierflugzeuges nur noch äußerst selten in seinem Alltag mehr gefordert wird als so mancher Busfahrer oder halt ein Lokführer. Geflogen wird vom Autopiloten, die Notsituation, in welcher ein Pilot theoretisch in die Gelegenheit käme, sein einmal erlerntes Wissen über das selbstständige Lenken eines Flugzeuges unter Beweis zu stellen, bleibt ihm glücklicherweise – ebenso wie den Passagieren – meist sein gesamtes Berufsleben lang erspart. Die hohe Kunst erschöpft sich daher meist in etwas komplizierteren Landeanflügen an Flughäfen wie z.B. Innsbruck oder Sizilien oder Samos, wo er den Autopiloten ebenfalls ausschalten und auf Handbetrieb gehen muss. Dies dann auch oftmals zum Leidwesen der Passagiere, denen dies nicht unverborgen bleibt, wenn der Pilot in solchen Situation zunächst zwei bis drei Schleifen dreht, bis er den Flieger denn doch noch “heile” herunter bringt und ein Teil der Passagiere bereits mit dem Brechreiz zu kämpfen hat.

Aber auch hier geht es um “Jammern auf hohem Niveau” wie man so schön sagt. Denn die Piloten kämpfen um den noch früheren Beginn ihres Vorruhestandes. Der soll zukünftig schon bei zarten 55 Jahren liegen bzw. ab diesem Alter noch besser abgesichert und daher einfacher zu erreichen sein.

Wohl dem, der um solche Ziele streiken kann!

So mancher Pflegekraft steigen bei diesen Rahmenbedingungen vor Neid die Tränen in die Augen und man fragt sich, was wohl passiert, wenn diese Berufsgruppe streiken würde … fallen dann die Krankenhäuser aus?!